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Inbetriebnahme Windkraftanlagen

Wenings, den 04.12.2016

Zahlen die beeindrucken: 224 genehmigungspflichtige Schwertransporte und 325 Betonmischfahrzeuge waren in den vergangenen Monaten unterwegs, um Baumaterial für die vier Giganten der neuen Gederner Windkraftanlage zwischen Wenings und Kefenrod anzuliefern. Ungezählte Fuhren waren nötig, um 20.000 Tonnen Naturschotter für die Erstellung der Zuwege und Kranstellflächen anzuliefern. Für all´ das wurden 1460 Seiten im vorausgegangenen Genehmigungsverfahren niedergeschrieben. Mindestens genauso beeindruckend wie das Zahlenwerk war das Bild, das sich gestern Vormittag den Teilnehmern der offiziellen Inbetriebnahme des Windparks sowie nachmittags den Besuchern beim Tag der offenen Tür bot - vier Anlagen, die mit einer Nabenhöhe von 137 Metern schon von weither sichtbar sind und mit ihren Flügelspitzen bis 200 Meter in den Himmel stechen.

„Es ist geschafft. Pünktlich einen Tag vor dem Zieldatum am 30. Juni war auch die letzte der insgesamt vier Anlagen in Betrieb. Im neuen Windpark von Gedern stehen Windkraftanlagen vom Typ Vestas V 126 mit einer Nennleistung von jeweils 3,3 Megawatt. Sie leisten nun einen weiteren Beitrag für die Umsetzung der Energiewende in der Region. Auf der Basis von Gutachten erwarten wir hier einen jährlichen Stromertrag aus klimafreundlicher Windenergie von zirka 27.000 Megawattstunden“, hob Dr. Hans-Peter Frank, Geschäftsführer hessenEnergie und Prokurist bei der Ovag Energie AG hervor. Damit könnten im Jahr 7.850 Haushalte versorgt und gut 16.000 Tonnen Kohlendioxid-Emission der konventionellen Stromversorgung eingespart werden. Eingespeist werde die Windenergie im zwölf Kilometer entferntem Umspannwerk in Lißberg.

„Drei Jahre nach dem städtebaulichen Vertrag und dem Abschluss der Nutzungsverträge zwischen hessenEnergie und Stadt Gedern wie auch mit der Isenburgischen Rentkammer und fast genau ein Jahr nach dem erste Spatenstich kann nun der reichlich vorhandene Wind zu Ressourcen- und Klimaschutz beitragen“, so Dr. Frank. Für den Bau dieses Großprojektes seien 21 Millionen Euro veranschlagt worden. Für die Umsetzung dieses Projektes seien neben einem unterirdischen Behälter mit 40.000 Litern Löschwasser ein Gondelmonitoring samt vorsorglichen Abschalt-Algorithmen zur Vermeidung von Kollisionen mit Zwergfledermäusen installiert worden. Ebenso sei eine Ablenkungsfütterung für Rotmilane vorgesehen. „Jetzt liegt es nur noch am Wind, ob dieses Projekt am Ende seiner zwanzigjährigen Betriebszeit ein Erfolgsvorhaben wird“, schloss Dr. Frank seine Ansprache. Seinen Dank richtete er an die Stadt Gedern und an die Isenburgische Rentkammer für die gute Partnerschaft und die konstruktive Zusammenarbeit.

„In Gedern gab es keinen Gegenwind“, lobte Gerd Morber, Bereichsleiter Wind der hessenEnergie, dass es im Genehmigungsverfahren mit freiwilliger Offenlage keine Widersprüche aus der Bevölkerung gegeben habe. „Das ist für mich ein Zeichen dafür, dass dieses Projekt mit viel Transparenz vor Ort entwickelt wurde und die Bürger der Region den Nutzen für die Umwelt und nicht zuletzt für die Stadtkasse anerkennen“, so Morber. Dies sei nicht überall so. Denn inzwischen würden mehr als 50 Prozent der Planungen für Windkraftanlagen aufgrund der Blockierung durch Artenschutz und vermehrt auch durch Denkmalschutz scheitern. „Wir sind stolz, hier Windkraftanlagen mit risikoarmer und nachhaltiger Wirkung geschaffen zu haben“, so Morber.

Romina Boll, Junior Project Managerin Vestas Deutschland GmbH, gab aus der Sicht des Anlagenherstellers eine detaillierte Darstellung vom Transport der Einzelteile bis hin zu den 14 Errichtungstagen aller vier Anlagen.

Bürgermeister Guido Kempel betonte, dass es der Stadt Gedern bezüglich der Realisierung des Windparkbaus stets ein besonderes Anliegen war, von Anfang an die Bevölkerung mit einzubeziehen und diese zu informieren. „Ich wünsche dem Windpark stets ausreichend Wind zwischen den Flügeln, damit sich die Räder immer drehen. Denn Stillstand ist Rückschritt und von Rückschritt kann und will man bei diesem Projekt und dessen Verwirklichung sicherlich nicht sprechen“, so Kempel.

 

Bild & Text: Andrea Hennecke

 

 

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Inbetriebnahme Windkraftanlagen