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Nachrufe zum Tode von M. Jean-Marc Gernigon

18.10.2005

Am Dienstag, dem 18. Oktober 2005 verstarb unser Ehrenbürger und ehemaliger Bürgermeister unserer Partnerstadt Nucourt, Jean-Marc Gernigon

 

Stärker als der Tod ist, was uns mit dem Verstorbenen verbindet: Die Verehrung und die Freundschaft, die Dankbarkeit für das, was Herr Gernigon gestaltet hat im Bereich der Völkerfreundschaft und was er uns für immer bedeutet.


Wir sind in unserer kleinen Stadt Wenings, in den Bergen von Hessen, davon überzeugt, dass alles in wacher Erinnerung bleiben wird, die vielen Ermutigungen und die Lebensperspektiven, die von dem Ehrenbürger der Stadt Gedern, dem Grandseigneur Jean Marc Gernigon, ausgegangen sind.


Und wenn man ihn zum Friedhof trägt, dann sagt ein altes Wort: „Mitnehmen wird er nur, was er gegeben hat.“
Und er hat so unendlich viel den Menschen, für die er gelebt hat, mit auf den Weg gegeben. Und auch wir werden von seiner Zuneigung und Weisheit auf diesem Weg der Völkerfreundschaft neue Kraft geschenkt bekommen.
    
Nachrufe von Odile Dywicki (Bürgermeisterin der Gemeinde Nucourt) und Pierre Sanmiquel (Lehrer an der Schule Nucourt und Sekretär der Bürgermeisterei von 1962 bis 1997)         
        
Mr J.-M. Gernigon ist von uns gegangen, aber sein tatkräftiges Wirken wird für immer Spuren in der Geschichte von Nucourt hinterlassen. Alle öffentlichen Gebäude, es wird keines geben, das nicht an Mr Genigon erinnert.
Seine dynamische Art hat aus Nucourt eine Gemeinde reich in technischen Einrichtungen gemacht für das Wohl der ganzen Bevölkerung: Die Schule (Ecole des 4 Vents), das Dorfgemeinschaftshaus oder das Instandsetzen des Versorgungsnetzes.

Er hat Wohngebiete geschaffen wie der "Square des Rosiers", "le Square de la Frette", und "la rue du Bois de Chars".


Wenn er zuversichtlich in die Zukunft schaute war es doch nicht so einfach, denn einmal hat er mir im Vertrauen gesagt: "Wenn Sie wüssten wieviele schlaflose Nächte ich schon hinter mir habe". Durch seine Ausdauer, durch seine Hingabe konnten die Projekte Wirklichkeit werden.


Mut war auch angesagt als Mr Gernigon, seine Mannschaft der Gemeindearbeiter und die Einwohner von Nucourt gegen die Überschwemmungen im Jahre 1982 zu kämpfen hatten; viele technische und Verwaltungeprobleme, durch die Katastrophe verursacht mussten bewältigt werden.


Bis zu seinem letzten Mandat hat sich Mr Gernigon für Nucourt eingesetzt. In dem Projekt "Contrat Rural" (Vertrag auf dem Land) um den Menschen in Nucourt ein naheliegendes und sehr nützliches Geschäft anzubieten; dazu noch eine Gemeindewerkstatt in der das technische Personal unter besseren Bedingungen arbeiten kann.


Das Wirken von Mr Gernigon hat nicht an den Grenzen der Gemeinde aufgehört, viele seiner Mandate in der Region und in den Departements haben Nucourt, durch die Anerkennung seiner Arbeit, einen Bekanntheitsgrad gegeben, der noch heute andauert.
    
Bei dem letzten Treffen WENINGS-NUCOURT im Juni 2004, hat er uns anvertraut, dass in Anbetracht all dieser Mandate, die Verschwisterung jene Errungenschaft ist, auf die er am meisten stolz ist.


Er konnte es sein, denn eine französische Gemeinde einer deutschen Gemeinde näher zu bringen war 1959 nicht selbstverständlich und er hatte Recht, den 50 Jahre danach ist diese Verschwisterung immer noch so lebendig, dass sich alle 2 Jahre ca. 200 Personen treffen.


Merci Mr Gernigon, danke für Ihre Willensstärke, danke für Ihren Mut, Ihre Energie, Sie haben Nucourt ein dynamisches Ansehen gegeben das bis heute noch Gültigkeit hat.
Odile Dywicki, Bürgermeisterin.  

 


Mr Jean-Marc Gernigon war und wird eine grosse Persönlichkeit in der Geschichte von Nucourt und der Region sein, die er in seinem mehr als 85-jährigen Leben geprägt hat.


Der Hautanteil seiner Tätigkeit im Dienste der Bevölkerung war seine Rolle als Bürgermeister von 1959 bis 1995, das heisst 36 Jahre und damit der Bürgermeister mit der längsten Amtszeit in Nucourt.
Als dynamischer und angesehener Rechtsanwalt der Anwaltschaft von Paris, konnte er seinen Unternehmungsgeist und seine Einsatzbereitschaft in den Dienst zum Wohle der Bürger einsetzen.


Gleich als er das höchste Amt in der Gemeinde übernahm, setzte er deutlich die Ziele seiner Tätigkeiten - aus Nucourt eine moderne Gemeinde zu machen in der sich die Bürger wohlfühlen.


Von Beginn an sorgte er sich um die Familien, die Älteren und die Armen mit Hilfe eines unpolitischen und opferbereiten Gemeinderates. Dies wurde umgesetzt mit dem Einfamilienwohnungsbau (CONFANU) der in den Jahren 1960 bis 1964 20 Familien die Möglichkeit gab in Bescheidenheit wohnen zu können; die Bedingungen waren einfach. Durch durch den Einsatz von Mr Gernigon sowohl bei den Sozialämtern und den Banken um günstige Bedingungen zu haben als auch bei den Bauherren, damit die Preise erschwinglich blieben.


Diese Sozialpolitik wurde fortgesetzt Ende der 80iger Jahre mit dem Baugebiet "Bois de Chars" wo 60 Familien nach Nucourt gezogen sind, wieder unter intersannten Bedingungen.
Es ist eine Sache Familien unterzubringen, ihnen die Möglichkeiten und die Lust zu geben in einer Gemeinde zu leben eine Andere.


Unternehmen konnten sich auf seine Hilfe verlassen und er schuf dadurch viele Arbeitsplätze.
Fast 20 Jahre wurden kostspielige Sanierungsarbeiten an der Ver- und Entsorgung von Wasser und Abwasser etc. vorgenommen. Die Kinder brauchten eine ordentliche Schule die von 1973 bis 1975 erbaut wurde.         
            
Es wurden Freizeiträume geschaffen, Sportplatz, Tennisanlage, Schiessstand, Fussballplatz und die grüne Zone.
Animation und Unterhaltung im geschaffenen Dorfgemeinschaftshaus mit den internationalen Festivals, den Volkstänzen am 1. Mai, die sportlichen und kulturellen Aktivitäten, der Seniorenclub, allerlei Märkte etc.
Das Bild von Nucourt sollte auch draussen gewahrt sein und es war die Verschwisterung mit Wenings, in der J. M. Gernigon seit 1959 ganz persönlich an der Spitze stand.
Seine Rolle hörte nicht an den Gemeindegrenzen auf. Er wurde Mitglied des "Conseil Générale" des Canton von Marines, später 2. Vorsitzender des Conseil général mit dem Auftrag für Erziehung und Freizeitgestaltung.


Er hat den Verband der Dorfgemeinschaftshäuser im Departement ins Leben gerufen und sorgte für die Organisation der Konzerte in den verschiedenen Orten.
Jean-Marc Gernigon hatte das Talent eines Visionärs, in die Zukunft orientiert, er konnte Menschen führen, gerecht, freundlich und zugleich anspruchsvoll, er konnte deligieren und dabei die Verantwortung nicht verlieren.


Alle die mit ihm gearbeitet haben, Mme Méli, Mrs Delacour, über Cainé Schrerer, Borg oder Mr Maertens, seine Beigeordneten wissen es.


Er hat sich aus gesundheitlichen Gründen vor 10 Jahren aus dem öffentlichen Leben zurückziehen müssen. Er hinterlässt die Erinnerung an einen grossen Bürgermeister und für viele an einen grossen Freund.
Pierre Sanmiquel (Lehrer an der Schule Nucourt und Sekretär der Bürgermeisterei von 1962 bis 1997)

 

 

Für die Übersetzung danken wir Frau Marléne Riewe ganz herzlich!

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Nachrufe zum Tode von M. Jean-Marc Gernigon